Urlaub auf Entzug: 3 Wochen ohne Smartphone

Ich würde nicht sagen, dass ich besonders an meinem Smartphone hänge. Es war mir nie übermäßig wichtig. Aber die Gewohnheit hat doch dazu geführt, dass ich mehrmals täglich auf das Display schaue. Um ehrlich zu sein, ist es inzwischen so weit gekommen, dass es oft das erst ist, was ich morgens mache. Und das letzte am Abend. Vor allem Facebook, Instagram, Twitter und Pinterest checke ich mit beängstigender Regelmäßigkeit. Es könnte ja etwas Neues geben 🙂

Als mein letzter Urlaub aber näher rückte war mir schnell klar: Das Smartphone kommt NICHT mit. Zum einen finde ich, muss man nicht provozieren, dass es geklaut wird und zum anderen würde ich es auch einfach nicht brauchen. Und da nur in den Rucksack kam, was unbedingt nötig war (und ein paar unnötige Details, die ich immer mit mir herum schleppe ), blieb das Smartphone zu Hause.

Der Entzug begann schon am Flughafen. Ich überlegte, ob es wirklich eine gute Entscheidung war, das Phone zurück zu lassen. Mir kribbelte es in den Fingern und ich hätte mir die Wartezeit am Gate so gerne mit Posten, Liken und Kommentieren vertrieben.  Aber das ging nun ja mal nicht. Also griff ich zur guten alten Zeitung, was auch gar nicht so schlecht war 😉

Kaum am Urlaubsziel angekommen, vergass ich aber schnell, dass mit etwas fehlte. Viel zu aufregend und spannend war, was ich um mich herum sah. Am ersten Tag  war ich noch etwas traurig, dass die ganzen schönen Sachen nicht mit dem Smartphone festhalten und direkt posten konnte. Aber ich machte dann einfach mit dem Fotoapparat umso mehr Bilder 🙂

Schon nach wenigen Tagen vermisste ich es überhaupt nicht mehr, nicht ständig online sein zu können. Wir hatten ein Netbook dabei, um spontan von unterwegs Hotel, Züge, usw. online buchen zu können. In fast allen Hotel hatten wir auf dem Zimmer W-Lan und an den ersten Abenden freute ich mich immer sehr darauf, noch ein Weilchen im Internet zu surfen. Aber ich merkte schnell, dass auch nach drei Tagen auf Facebook nichts bemerkenswertes passiert war. Und noch ein paar Tage später hatte Abends ich gar keine Lust mehr, meine ganzen Social Media Accounts zu checken.

Ehrlich gesagt war ich wirklich positiv überrascht, wie schnell ich mich vom Smartphone entwöhnen konnte. Aber der Urlaub machte es mir natürlich auch leicht. Denn ich erlebte jeden Tag so viel Neues, dass mir nie langweilig wurde ich Abends immer erschöpft ins Bett fiel.

Und heute? – da tippe ich wieder den ganzen Tag an meinem Smartphone herum. Ich möchte darauf auch auf keinen Fall verzichten. Abhängig fühlen will ich mich aber auch nicht. Und so war es gut, einfach einmal eine Auszeit zu haben. Vielleicht im nächsten Urlaub ja wieder…